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  Musischer Unterricht zwischen Leistungsprinzip,
HiTech, kreativer Eigenmotivation und Selbstverwirklichung



Kein Zweifel: wir leben in einer hochtechnisierten Gesellschaft. Technische Weiterentwicklung konnte man über einen langen Zeitraum fast schon mit Fortschritt gleichsetzen, folgt man der Werbung, ist dies heute längst ein Naturgesetz. Der Nutzen von z.B Spül- und Waschmaschinen steht zwar genauso außer Frage wie moderne Reycling-Technologien, die der Umwelt dienen. Es gibt aber auch die andere Seite: Computer, ursprünglich nichts anderes als hilfreiche Werkzeuge, werden laufend auf eine immer stärkere Abhängigkeit von HiTec- und Software-Herstellern hin ausgelegt. Selbst engagierte "Durchschnitts-User" sind heute im echten Problemfall auf die Hilfe von Spezialisten, Freunden und Hotlines angewiesen.

Lebensqualität bedeutet neben Gesundheit und materieller Sicherheit auch die Freiheit, selber über sein Umfeld und das Maß der umgebenden Technik zu entscheiden. Und es gibt einige weitere Komponenten, die im Grunde so selbstverständlich sind, dass ihr Seltenheitswert erstaunt: Zeit für sich selber (und andere) zu haben, eigene (kreative) Potenziale auszubauen, sich selbst zu verwirklichen - und zwar nicht nur als HiTechniker, sondern ganzheitlich als musischer und kritisch-engagierter Mensch.

Diese wichtigen Bereiche werden durch hohe Anforderungen im Berufs- und Schulalltag weiter beeinträchtigt. Dennoch: Der Wunsch nach Aufgaben, die man leicht bewältigen kann, nach Gegenpolen und Selbstverwirklichung wird gerade im Freizeitbereich immer deutlicher spürbar.
Musisch-künstlerische Tätigkeiten sind ein solcher Ausgleich, denn sie sind ganzheitlich und fördern das Wohlbefinden. Und: das musisch-künstlerische Schaffen kommt meist ohne jeden Leistungsdruck aus und knüpft an die bereits vorhandene Eigenmotivation an. Dies gilt auch für entsprechende Kurse und Unterrichts-Angebote, es sei denn, man will ganz hoch hinaus.

Viele Online-Anbieter machen sich die allgemeine Überforderung zunutze und lenken die Wünsche nach ganzheitlicher Freizeitgestaltung auf ihre Angebote um. So werden Erfolge in kurzer Zeit bei minimalsten eigenen Bemühungen versprochen. Selbst das Erlernen des Musizierens auf einem Instrument wird als "superschnell, einfach, effektiv und mit viel Fun" in Aussicht gestellt, wenn man sich nur entsprechender "Easy"-Programme und Lehrmaterialien bedient.

Guter Unterricht sollte nicht auf solche geschäftstüchtige Versprechungen aufbauen. Zwei zentrale Fragen werden aber im Hintergrund sichtbar: welche Qualifikationen des Lehrers, welche Qualitäten des Unterichtes und wieviel Eigenmotivation des Kunden und die Bereitschaft, etwas für sein Ziel zu tun, sind Voraussetzung für Lernfortschritt und Spaß ? Kein noch so gutes Computerprogramm ersetzt kompetente Lehrer, Inspiration und die eigenmotivierte Bereitschaft des Lernenden, auf seinem Instrument weiterzukommen. Das ist nicht nur bei den "Megastar"-Workshops so.

HiTech-Lernen als Garantie für Spaß und Erfolg ist meiner Meinung nach eine realitätsfremde Sichtweise. Die Zusammenarbeit in einem gutem Unterricht mag etwas aufwändiger sein, bringt jedoch ganzheitliches Erleben und Vorankommen, Freude und Selbstverwirklichung.
HiTech am richtigen Platz kann sehr sinnvoll sein: natürlich setze ich auch moderne Technik ein, wenn es dem Kunden (und mir) nützt.

B. Brökland
 
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